WAZ 30.8.2010 Fotos: Olaf Ziegler
Rockfestival nach Starkregen in Proberaum verlegt. Ein Techniker erlitt einen Stromschlag.
Bericht von Marian Laske
Lange Haare, schwarze Klamotten und viel Matsch sind Bestandteil vieler Rockfestivals. Genug gab es davon auch beim 24. Rock Spektakulum auf dem Stennert. Nur war es diesmal deutlich zu viel Matsch.
Am Freitag spielten alle Bands bei andauerndem Nieselregen, samstags musste das Festival gegen 19 Uhr sogar abgebrochen werden. ,,Wir wollten keine Menschen gefährden", sagt Marko Grüning vom Veranstalter Musikertreff e.V.: ,,Während des Konzertes der Band Lazy Jane erwischte uns noch mal ein richtige Schlechtwetterfront." Die Festivalwiese stand komplett unter Wasser. Ein Techniker erlitt einen Stromschlag, während er einen Stecker raus zog. ,,Da auch nochein Gewitter drohte, wollten wir die Leute von der Wiese weg haben", sagt Grüning: ..Die Sicherheit geht vor/'Der Techniker wurde später zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen. ,,Mittlerweile geht es ihm aber wieder gut", sagt Grüning.
Die beiden Hauptacts vom Samstagabend
Jake Porn und Jesus on Extasy machten aber
das Beste aus der misslichen Lage. Sie
verlegten ihre Konzerte spontan in den
Proberaum, wo die Fans vor offenem
Fenster mit den Köpfen nickten. ,,Es ist total Klasse, dass so am Ende das Festival doch noch versöhnlich geendet hat", sagt auch Marko Grüning. Die Fans der Bands blieben und feierten. ,,Die beiden Konzerte vor offenem Fensterhaben jetzt schon Kultstatus", so Grüning.
A Parrotdies war die einzige Band, die am Samstagabend gar nicht auftreten konnte. Bandmitglied Michael Recke kann dies aber verstehen:
,,Das Rock Spektakulum ist kein kommerzielles Festival, es geht um den Spaß." Der Abbruch sei deswegen völlig korrekt gewesen.
Das Problem: Durch das schlechte Wetter bleiben die Veranstalter jetzt auf ihren Kosten sitzen. ,,Für uns bedeutet der Regen ein Minusgeschäft“, sagt Marko Grüning ,,Wir haben mit gut 3000 Besuchern gerechnet" Doch Grüning schätzt, dass nur etwa halb
so viele Rockfans dem Wetter getrotzt haben. ,,Das Festival ist umsonst. Wir sind auf verzehrende Besucher angewiesen." Davon kamen deutlich zu wenig. ,,Etwa zehn Prozent der Kosten sind durch Sponsoren abgedeckt, der Rest bleibt an uns hängen", sagt Grüning.
Trotzdem fällt Grünings Fazit ,,gedämpft positiv" aus. Die anwesenden Rockfans waren, wie in jedem Jahr, friedlich und die beiden Proberaumkonzerte ein toller, improvisierter Abschluss. Im nächsten Jahr steht dann das 25-Jährige Jubiläum des Spektakulumfestivals an.
„Dort wollen wir auf jeden Fall etwas Großes Realisieren.“
sagt Grüning. Möglich seien sogar zwei Bühnen. ,,Aber das müssen wir dann erstmal mit der Stadt bereden." Vielleicht klappt es dann auch mit dem Sonnenschein.
Proberäume
Seit 1983 gibt es die Probe-
räume auf dem Stennert. Das
Projekt verwaltet sich selbst-
ständig. Hierzu wurde der
Verein ,,Musikertreff" ins Leben
gerufen. Derzeit spielen in elf
Proberäumen 18 Bands. Das
Rock Spektakulum ist jedes
Jahr eine Art Tag der offenen
Tür", an dem sich die Bands
dem Publikum präsentieren.

